Zeit für neue Wege

„Sei du selbst die Veränderung die du dir wünschst für diese Welt“.

Getreu diesem Motto wollen wir aufhören nach Schuldigen für unsere Hilflosigkeit und für all die Dinge die falsch laufen in dieser Welt zu suchen und wegkommen von Argumentationen wie: „was bringt’s wenn ich es nicht mache, alle anderen machen es ja auch“.
Wir wollen unsere eigene Handlungsfähigkeit wieder herstellen indem wir bewusste Entscheidungen treffen. Von unsere Willensfreiheit gebrauch machen und uns unserem Trieb, aus Bequemlichkeit der Herde zu folgen, widersetzen.
Wir wollen vorgelebtes Beispiel dafür sein, was man gewinnen kann, wenn man bereit ist die Verantwortung für das eigene Handeln wieder selbst in die Hände zu nehmen.
Wir wollen neue Wege suchen und hoffentlich auch finden. Denn, wenn wir von der Natur etwas lernen können, dann, dass eine Weiterentwicklung nicht dadurch geschieht, dass man mit den immer gleichen Methoden und innerhalb der altbekannten Muster agiert, sondern, das Veränderung nur dann zustande kommt, wenn man neue Varianten und Prozesse ausprobiert.
Wenn wir damit beginnen wollen Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein, müssen wir also beginnen uns von gängigen Mustern und Denkstrukturen zu emanzipieren und damit anfangen uns zu verhalten, als ob die Welt bereits von Diktat des Profites und des endlosen Wachstums um jeden Preis befreit wären.

ALTE UND NEUE WEGE
Gerade in unserer Branche, der Gastronomie, wurden wir in der Vergangenheit stark mit den Problemen des konventionellen Wirtschaftens konfrontiert. Ob bei der Auswahl der Produkte oder bei der
Erstellung von Angeboten alles wurde ausschliesslich aus wirtschaftlicher sicht betrachtet und auf Effizienz und Profit getrimmt.
Fleisch aus Massentierhaltung, Obst und Gemüse aus den entferntesten Winkeln der Welt, Getränke, Wegwerfprodukte, alles möglichst billig produziert und angeboten von gesichtslosen Großkonzernen, deren einzige Ziele Profitmaximierung und die Interessen ihrer Aktionäre und Anteilseigner sind.
Irgendwann wuchs in uns die Überzeugung, dass wir so nicht weiter wirtschaften wollten. Dass wir durch unsere Arbeit nicht die Profite solcher Unternehmen steigern wollen. Und dass wir die Lebensmittel, die wir unseren Gäste anbieten mit Freude und ohne schlechtes Gewissen anbieten wollten.
Frei nach dem Motto: die radikalste Kritik ist die Verweigerung, wollen wir dezentrale Strukturen zu kleinen Erzeugern aufbauen.
Die Macht der Konzerne nicht dadurch brechen, dass wir lauthals deren Zerschlagung fordern und dann doch ihre Produkte verwenden , sondern indem wir das, was wir als Problem erkannt haben, nicht länger durch unsere Arbeit unterstützen.
Auch wenn es für uns auf den ersten Blick einen Wettbewerbsnachteil bringt oder schlicht wesentlich aufwändiger ist, als einfach zu einem Großmarkt zu fahren und mit dem Strom zu schwimmen.

AUF AUGENHÖHE
Konkret bedeute das für uns, dass es uns, sowohl bei der Auswahl der Produkte als auch bei deren Verkauf an unsere Gäste, um mehr geht als den Austausch von Lebensmittel gegen Geld, es geht um soziale Interaktion, um gegenseitiges Vertrauen und das übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln.
Dialog, Transparenz und Respekt sind die primären Werte, auf denen unsere Partnerschaften beruhen. Es geht darum auf Augenhöhe mit Produzenten und Gästen zu sein, morgens in den Spiegel
und allen beteiligten ruhigen Gewissens in die Augen schauen zu können.
Durch den Bezug der Lebensmittel von Klein- und Kleinsterzeugern können wir gewährleisten, dass die Produkte, die bei uns auf dem Teller oder ins Glas kommen, unter Bedingungen produziert wurden, die unserem Anspruch an einen verantwortungsvollen Umgang mit allen Ressourcen gerecht werden. Hierbei ist uns der direkte Kontakt zu den Erzeugern wichtiger als ein Zertifikat, so können wir uns selbst von der Qualität der Produktionsbedingungen überzeugen.
Viele unserer Produzenten erfüllen allerdings die Standards der verschiedenen BIO-Siegel, manche sind zertifiziert, andere verzichten auf eine offizielle Zertifizierung.
Alles was wir anbieten soll qualitativ einwandfrei und aus nachhaltiger Produktion sein. Unser Ziel ist es so, nach und nach, ein autarkes Netzwerk aus lokalen und überregionalen kleinen Produzenten wachsen zu lassen, deren Qualität und Produktionsbedingungen wir kennen und vertrauen. Unser Fokus liegt dabei auf regionalen Produkten und Erzeugern. Unsere Kriterien gelten aber sowohl für unsere lokalen Lieferanten als auch für überregionale Produzenten.
Wir verwenden ausschließlich Fleisch und Fisch von Tieren, deren Aufzucht- und Schlachtungsbedingungen wir kennen.
Das Nose-to-Tail Prinzip ist für uns, beim Verarbeiten der tierischen Produkte Maßstab und ausdruck von Respekt gegenüber dem Tier zugleich.
Unsere Preise gestalten wir so, dass sie möglichst realistisch den Wareneinsatz und die Arbeitszeit widerspiegeln.
Auf große Margen bei gut laufenden Produkten wollen wir verzichten.
Wir sehen unsere Herangehensweise nicht als Einschränkung unserer Arbeit sondern ganz im Gegenteil als eine Bereicherung.
In unseren Augen entsteht durch die Reduktion der Möglichkeiten ein riesiges Spielfeld für unsere Kreativität. Der Verzicht auf Produkte von Anbietern deren Wirtschaftsweise wir nicht vertretbar finden stellt für uns keinen Verlust dar sondern vielmehr eine Befreiung.

KOMPLIZEN FINDEN
Wir sind der festen Überzeugung und sehen in unserer täglichen Arbeit, die Zeit ist gekommen, dass das Bedürfnis nach Alternativen da ist.
Wir verstehen unsere Idee als Prozess, als Suche nach neuen Wegen – im übertragenen Sinne, aber auch tatsächlich – der Tag für Tag nach kreativen Lösungen verlangt.
Dabei sind wir auf Mitstreiter, Unterstützer und ganz besonders auf ein Team angewiesen das für diese Idee brennt.
Gerade bei einem Projekt wie unserem ist eine Identifikation aller Beteiligten mit dem Konzept wichtig.
In unseren Augen sind alle Beteiligten, egal ob Gast, Produzent oder Teil des Teams Teil ein und derselben Gleichung, die nicht aufgehen kann, wenn man eines der Teile aus ihr herausnimmt oder nicht mit einbezieht, deshalb sind wir neben der Suche nach neuen Lösungen ganz besonders auf der Suche nach Komplizen, die durch ihr Schaffen, neue Ideen oder durch Vorschläge, bereit sind sich in unserem Projekt einzubringen und die Richtung unseres Weges mitzubestimmen.
Lasst uns gemeinsam so tun, als wären die neue Zeit schon da, als wären wir bereits frei.

Es ist höchste Zeit für neue Wege, packen wir es an!